Kategorie-Archiv: Erfahrung

Erfahrung 1

Jedes Mal, wenn wir mit einer ganzen Autoladung von Kleiderspenden oder Geschirr in das Flüchtlingsheim Greifenstein kommen, ist es schön zu erleben, wie sich die Bewohner freuen.Es ist für sie wie Weihnachten. Mit Begeisterung und Freude öffnen sie die Pakete.

Erfahrung 2

Wenn von Armut betroffene Menschen sich mit einem finanziellen Problem an uns wenden, überprüfen wir zunächst, ob es Rechtsansprüche gibt, die der Einzelne noch nicht in Anspruch nimmt, weil wir ja subsidiär tätig sind, das heißt, dass zuerst die staatliche Hilfe in Anspruch genommen werden muss. Wenn die sozialen Leistungen nicht ausreichen, kann jedes Vorstandsmitglied € 50.- an finanzieller Hilfe auszahlen. Bei einem höheren Bedarf kann bis zu € 300.- ausbezahlt werden(solange wir Spenden erhalten), wenn mindestens vier Vorstandsmitglieder zustimmen, was sehr schnell erfolgt, weil wir gut vernetzt sind, sodass wir unbürokratisch und rasch helfen können.

Erfahrung 3

Wir können nur helfen, wenn wir Spenden bekommen. Jede Spende hilft einem Menschen, der in Armut lebt und nicht am österreichischen Wohlstand teilnehmen kann. Sie können sich die ständig steigenden Mieten und Energiekosten nicht leisten.Viele Menschen in Österreich müssen sich immer wieder entscheiden, ob sie an einem Tag einheizen oder etwas zum Essen einkaufen können.Auch im Gesundheitsbereich wirkt sich Armut negativ aus. Vom kulturellen Leben sind sie ausgeschlossen, weil sie sich z.B. keine Kinokarte leisten können, niemand zum Essen einladen können; ebenso können sich viele Menschen keinen Urlaub leisten.

Erfahrung 4

Ich setze mich für den Verein ein, weil wir durch unsere Tätigkeit eine Lücke im System überbrücken möchten, nämlich die „ Soforthilfe“. Wir helfen sehr rasch, ziel- und bedarfsorientiert.Die Bedarfsorientierte Mindestsicherung in NÖ hilft erst im Nachhinein, am Ende des Monats. Ohne Geld entstehen auf der Bank enorm hohe Verzugszinsen. Diese zahlt der Staat dem Einzelnen nicht zurück, auch nicht, wenn das Verfahren zwei Monate dauert oder länger. Aber die Miete muss am Anfang des Monats, also im Vorhinein bezahlt werden. Auch die Stromkosten müssen am Anfang des Quartals bezahlt werden, nicht im Nachhinein. Die Notsituation entsteht auch nicht im Nachhinein, deshalb ist es nicht nachvollziehbar, dass der Vollzug einer sozialen Leistung so lange dauern kann.